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Thomas Hümmer bei der Inspektion des ZW 5 Trinkwasserstollens der Stadtwerke München auf der Klarerwiese

Thomas Hümmer geht in den Ruhestand

Im Jubiläumsjahr „seiner“ GWO ging er Ende Oktober in den Ruhestand und verließ damit die Kommandobrücke des Unternehmens, das er seit dessen Geburtsstunde geleitet hat.

Nach einem Studium der Forstwissenschaften an der LMU München, einem Aufbaustudium in Umweltschutztechnik an der TU München, einer Weiterbildung als Energieberater – als prüfungsbester Absolvent in ganz Bayern staatlich prämiert – und zweieinhalb Jahren Referendariat schlug der gebürtige Unterfranke Hümmer am 1. Juli 1996 seine Zelte bei der Gemeinde Oberhaching auf. Es sollte gleich in die Vollen gehen, denn es waren zwei vakante Stellen im Umweltamt, zu vertreten. Sein Einsatz für die Interessen der Kollegen führte zwei Jahre später zur Wahl als Personalratsvorsitzender, was er zehn Jahre lang bleiben sollte.

„Auf der Agenda standen damals Dinge, die heute selbstverständlich sind“, erzählt Hümmer, „zum Beispiel die Einführung der Biotonne, die Umsetzung der Agenda 21 oder das gemeindliche Energiesparförderprogramm.“ Besonders das Thema Energie sollte Hümmer sein ganzes Berufsleben lang begleiten, denn schon 2002 erfolgte der Gemeinderats-beschluss über die Versorgung der öffentlichen Gebäude mit regenerativer Energie. Solar-anlagen auf dem Dach der Grundschule und des Bauhofs – dann mit 950 Kilowatt schon deutlich leistungsstärker ¬– ein Holzhackschnitzel-Heizwerk auf dem Kyberg (2003), heute als offene Ganztagsschule weitergenutzt, waren die ersten Meilensteine der kommunalen Energieversorgung.


Mit den GWO zur kommunalen Energiewende

Die Gründung der GWO im Jahr 2006, deren Geschäftsführer Thomas Hümmer vom ersten Tag bis zum Eintritt in den Ruhestand war, sollte die gemeindlichen Energie-Aktivitäten unter einem Dach bündeln und Größeres vorbereiten: Den Einstieg in die Geothermie, der ab 2011 mit dem forcierten Ausbau des Fernwärmenetzes und 2013 mit der ersten Wärmelieferung aus den Geothermiebohrungen konkret wurde. Zukunftsweisend wurde parallel mit dem Wärmenetz auch ein leistungsstarkes Glasfasernetz errichtet. In der GeoEnergie Taufkirchen (GET) übernahm Hümmer 2016 ebenfalls die Geschäftsführung.

Gefragt nach wichtigen Meilensteinen seines Berufslebens sagt Hümmer: „Der Zusammenschluss des Hackschnitzel-Bestandsnetzes mit dem neuen Geothermienetz 2012, der Kampf um die privilegierte Baugenehmigung für das Geothermiekraftwerk 2013 (damals eine genehmigungstechnische Besonderheit; d. Verf.) waren weitreichende Ereignisse, von denen die Gemeinde und ihre Bürger noch heute profitieren. Auch die Verleihung der Bayerischen Staatsmedaille für Verdienste um die Umwelt im Rahmen des European Energy Awards fiel in diese Zeit, ebenso wie der Einstieg in den Stromhandel 2013, der der Gemeinde „ein Alleinstellungsmerkmal verlieh und auch den Einstieg in die Vermarktung der eigenen regenerativen Stromerzeugung ermöglichte.“ Sein Engagement für erneuerbare Energien fand sich entsprechend auch in der Teilnahme an themenbezogenen Delegationsreisen des Bayerischen Wirtschaftsministeriums wieder.


Kein abrupter Abschied

Auch wenn der Ausstieg aus dem Berufsleben – nach 30 Jahren ohne einen Krankheitstag – eine deutliche Veränderung bedeutet: Thomas Hümmer wird Oberhaching noch einige Zeit verbunden bleiben. Zu vielfältig sind die gewachsenen Freundschaften und Verbindungen, zum Beispiel in der Jagdgenossenschaft Oberhaching – als dass Hümmer sofort und vollständig in seine unterfränkische Heimat zurückkehren wird. „Die Aufnahme hier war herzlich, das Arbeitsklima trotz zeitweiligem immensen Aufgabendruck immer angenehm und das Zwischenmenschliche im Kollegenkreis immer erfreulich“, resümiert Hümmer. Was er der Führungsspitze der GWO für die Zukunft mit auf den Weg gibt? „Immer für Überraschungen gewappnet sein, denn nichts ist unberechenbarer als die Energiebranche. Und immer ruhig Blut behalten!“

Bild oben: 

Zupackende Art. Thomas Hümmer bei der Inspektion des ZW 5 Trinkwasserstollens der Stadtwerke München auf der Klarerwiese.