Energiewende in Oberhaching

Geothermie: Wärme aus dem Inneren der Erde

Seit ihrem Entstehen vor rund 4,5 Milliarden Jahren ist die Erde ein sehr heißer Planet und trägt unvorstellbare Mengen Energie in sich. Im inneren Erdkern herrschen Temperaturen von über 5.000 Grad, im Erdmantel sind es immer noch über 1.000 Grad. Rund 99 Prozent der Erde sind über 1.000 Grad heiß. Das Wärmepotenzial aus dem Erdinnern wäre theoretisch ausreichend, den gesamten derzeitigen Energieverbrauch der Menschen rund zweieinhalbfach zu decken.

Diese riesige Wärmemenge fließt unablässig Richtung Erdoberfläche, erwärmt dabei Gesteinsschichten und Wasservorkommen und verströmt dann weitgehend ungenutzt in den Weltraum. Geothermie macht sich diesen natürlichen Prozess zunutze. Aus einer Tiefe von rund 2.000 bis 5.000 Metern kann in Oberbayern heißes Thermalwasser gefördert und zu Heizzwecken genutzt werden. 

Als Faustregel gilt, dass die Temperatur im Innern der Erde pro 100 Meter Tiefe um rund 3 Grad zunimmt, lokal kann dieser Wert aber auch schwanken. Durch die schräge Nord-Süd-Lage der wasserführenden Schicht, des bis zu 600 Meter mächtigen Malmkarstes, können die Geothermieprojekte in der Nähe von München bereits aus 2.500 bis 3.500 Metern Tiefe Thermalwasser fördern, in Alpennähe hingegen muss man rund 5.000 Meter tief bohren.

Wärme unter unseren Füßen

In Taufkirchen wurde das Thermalwasser zwischen Juli 2011 und Mai 2012 durch zwei Tiefenbohrungen in rund 3.700 Meter Tiefe erschlossen. Beide Bohrungen liefern Thermalwasser mit ca. 135 Grad Temperatur und einer Schüttung von 120 Litern pro Sekunde.

Die Gemeindewerke Oberhaching haben sich aus diesem erfolgreichen Geothermieprojekt 20 Megawatt Wärme langfristig gesichert und sind mit 26 Prozent  an der GeoEnergie Taufkirchen GmbH & Co. KG, der Projektgesellschaft des Geothermieprojekts in Taufkirchen, beteiligt. Damit haben die GWO eine starke Stellung im Gesellschafterkreis und können zum Beispiel in wichtigen Entscheidungen nicht überstimmt werden.

Bohrturm Taufkirchen