Primärenergiefaktor: Sparen durch umweltfreundliche Energieversorgung

Die Gemeindewerke Oberhaching (GWO) haben ihre Fernwärmeversorgung aus Geothermie erneut durch das unabhängige Sachverständigenbüro IB NEWS aus Holzkirchen zertifizieren lassen und dabei einen sehr günstigen Primärenergiefaktor von 0,30 erreicht. Diese Bewertung gilt bis Dezember 2018 und wird dann anhand der aktuellen Werte neu berechnet und fortgeschrieben.

Mit einem Wert von 0,30 ist die Oberhachinger Wärme nun deutlich besser eingestuft als bei der ersten Zertifizierung im Jahr 2012 (0,45), da damals mit Plandaten und konservativen Schätzungen gearbeitet worden war, die sich im realen Betrieb als deutlich günstiger darstellten.

Der Primärenergiefaktor ist eine wichtige Kenngröße für die Umweltfreundlichkeit einer Energieversorgung. Über die Energieeinsparverordnung (EnEV) bewertet der Gesetzgeber die verschiedenen Arten der Energieversorgung nach dem Verhältnis von eingesetzter nicht erneuerbarer (fossiler) Primärenergie zu abgegebener Endenergie, vereinfacht gesagt nach der Umweltfreundlichkeit bzw. CO2-Einsparung des eingesetzten Energieträgers sowie der Effizienz der Energieumwandlung und des Energietransports.

Grundsätzlich gilt: Je umweltschonender die eingesetzte Energieform, desto niedriger ist ihr Primärenergiefaktor. Heizen mit Strom wird zum Beispiel durch die EnEV mit einem Primärenergiefaktor von 1,8 bewertet, dezentrales Heizen mit Öl oder Gas mit jeweils 1,1, die Oberhachinger Wärme hingegen ist gemäß Zertifizierung mit 0,30 und damit im Vergleich sehr günstig bewertet.

Gut für die Umwelt – gut für den Geldbeutel

Mit regenerativen, klima- und umweltfreundlichen Energieträgern zu heizen, die einen niedrigen Primärenergiefaktor aufweisen, hat nicht nur einen ideellen und ökologischen Wert, sondern kann sich auch in barer Münze auszahlen. So ist der Primärenergiefaktor eine wichtige Einflussgröße bei der Erstellung des EnEV-Nachweises, der bei einem Neubau, einer Sanierung oder einer Erweiterung eines Gebäudes Pflicht ist.

Auch hier lässt sich der Nutzen eines niedrigen Primärenergiefaktors als Faustregel darstellen: Je günstiger die energetische Bewertung eines Gebäudes, desto höher ist sein Wert im Falle eines Verkaufs oder einer Vermietung. Darüber hinaus ist die Gewährung verschiedener zinsgünstiger Darlehen an Bauherren oder Sanierer, wie zum Beispiel durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), häufig von einem niedrigen Primärenergiefaktor abhängig. Durch einen günstigen Primärenergiefaktor lassen sich auch Baukosten einsparen, da ein Teil der baulichen Anforderungen dadurch substituiert werden kann.

Das Zertifikat über den Primärenergiefaktor der Oberhachinger Wärme kann hier heruntergeladen oder direkt bei den Gemeindewerken angefordert werden. Das Zertifikat und die darin genannten Werte gelten nicht für das Netz der Heizzentrale am Grünwalder Weg, da dieses nicht mit dem Geothermie-Fernwärmenetz der GWO verbunden ist.

Wer sich näher mit den Vorschriften der Energieeinsparverordnung beschäftigen will, findet unter diesem Link den aktuellen Verordnungstext.

Der Vergleich bringt es an den Tag: Mit Oberhachinger Wärme heizt man umweltfreundlicher